Ultra Trail Verbier Saint Bernhard, 3./4. Juli 2010,  

110 Km, 6900 Höhenmeter

Fünf Uhr morgens  Start  Verbier. Das letzte Mal wo ich die Zeit weiss, bis ich im Ziel bin. Ich laufe nach meiner inneren Uhr. Bereits nach einer kurzen Einlaufphase steigt es. In der ersten Steigung denke ich: heute wird das nichts mit mir. Müde Beine Magenprobleme…. Ich finde meinen Rhythmus nicht zu viele Läufer, fühle mich gestresst. Bei dem Abstieg  geht es besser. Schön ruhig bleiben, geht doch alle an mir vorbei. Ich laufe so, dass  es mir gut geht. Kilometer Angaben gibt es während der ganzen Strecke keine. Unten im Tal angekommen, die erste grosse  Verpflegungsstelle. Weiter geht es, ein ca. 20 km langes Tal hoch nach Fouly. Wunderschöne Landschaft aber es ist sehr warm und drückend. Tal des Todes eine Bezeichnung, da meine Wasserreserven langsam zu Neige gehen. Endlos, endlich la Fouly.  Eine grosse  Verpflegungstelle. Mein Magen , Kleinigkeiten wie Boillon , Cola ,Brot und Salzfischli richten mich wieder auf. Die nächste Hürde, grosser  Saint Bernhard. Das Wetter wechselt. Wind zieht auf , dicke graue Wolken. Es regnet blitzt und donnert in einer Höhe von fast 2700 m. Die Bäche sind schwierig zu überqueren. Grosse Schneefelder bis zum höchsten Punkt. Kurze Zeit später kommt die Sonne, bin froh um die Sonnenbrille . So wunderschön das Licht nach dem Regen. Höchster Punkt ich schaue zurück , grandios der viele Schnee diese Steigung. Bin ich da hoch? Der Schnee abwärts lässt mir keine andere Wahl als auf dem „ Födli“ runterzurutschen. Der schnellste Weg aber nicht  der Schmerzloste. Erst am Sonntag bemerkte ich dass mein Hinterteil total aufgeschürft ist. Sitzen macht sich zur Zeit nicht ganz so gut. Weit im Tal unten ist wieder sehr warm. Immer wieder plagt mich mein Magen. Wieder ein Anstieg nur noch zwei. Es geht mir gut einfach vorsichtig in die Steigung. Ich werde auch nicht mehr überholt im Gegenteil. Col de Mile, 2480 Meter hoch. Die Sonne wird schwächer. Das abwärtslaufen wird auch immer etwas schwieriger. Nach einer Kurve sehe ich auf der anderen Seite Verbier. Unglaublich bin ich schon so weit. Der Abstieg nach Foutier ist lang , hoffentlich erreiche ich es so lange es hell ist. Schon dunkel passiere ich die letzte grosse Verpflegungstelle. Petra und Jürg, ein Teil von unserem Betreuerteam, erwarten mich. Petra meint, ich sehe gar nicht gut aus . Sie reicht  mir Boillon und Cola. „Iss was dann wird’s  besser“, sagt sie und gibt mir beide Stirnlampen. Auf geht’s der letzte Anstieg. Nachts in den Bergen bin ich noch nie gelaufen, habe mich auf diesen Moment  gefreut. Der Anstieg mit 1200 Höhenmeter zu nachtsschlafender Zeit ist hart , meine Beine schwer. Weit Oben die vielen Lichter anderen  Läufern. Ganz  Eindrücklichl. Oben angekommen etwas Cola und Salzgebäck. Mit der Stirnlampe  die ich in der Hand trage leuchte ich den Weg aus. Es geht immer noch, kann joggen, abwärts meine Beine fühlen sich gut an. Die schmalen Trails brauchen nochmals vollste Konzentration. Es kann nicht mehr weit sein. Die ersten Lichter von Verbier. Die Strasse wird breiter, Asphalt ich fliege . Nur noch wenige Meter es ist vorbei. Über 20 Stunden unterwegs, ein einmaliges Abenteuer?????

Peter ich danke Dir, hätte es ohne Dich nie geschafft.

Marco  vielen Dank für die tolle Organisation.

All unseren Betreuern:  Ihr ward super.

Einfach genial so etwas erleben zu dürfen.

Daniela Nusseck

Juli 2010