Costa Rica Reise und Marathon 2009

Marathon Läufe in exotischen Ländern ist für uns schon beinahe Tradition. Nach dem Wineland Marathon in Stellenbosch (Südafrika), dem Marabana in Havanna (Cuba) und dem Marathon in Singapur war unser Reiseziel diesmal Costa Rica. Daniela ist im Marathon-Kalender auf den Lauf in der Hauptstadt San Jose` gestoßen und mit Reallatino Tours haben wir einen kompetenten Anbieter gefunden, der uns die Reise um den Lauf herum organisiert hat.

Gut eine Woche vor dem Lauf sind wir angereist, um uns, aus dem kalten mitteleuropäischen Wetter kommend,  an die tropischen Temperaturen zu gewöhnen und schon etwas vom Land kennen zu lernen.

Die erste Nacht verbrachten wir in einem gemütlichen Hotel in einem Außenbezirk  von San Jose´ in St. Ana. Eine morgendliche Joggingrunde führte uns dann auf einen Highway, auf dem jede Menge Jogger und Radfahrer unterwegs waren.

Vulkan Arenal

Hängebrücke in Naturschutzpark

Nach dem Frühstück fuhren wir dann Richtung Vulkan Arenal. In dem Ort La Fotuna bezogen wir Quartier, mit Blick auf den Vulkan, der zwar von Wolken umhüllt war, dennoch beeindruckend aussah.

Die Entfernungen in Costa Rica sind überschaubar. Die Straßen im Lande jedoch zuweilen in schlechten Zustand, so das man nur langsam vorwärts kommt. Das hat jedoch den Vorteil, dass Zeit für einen Blick auf die Landschaft bleibt oder man Tiere beobachten kann, die man sonst nur aus dem Zoo kennt.

Etwa Nasenbären, die am Straßenrand auf neugierige Touristen warten. Einen Müesliriegel, den ich mit ihnen teilen wollte haben sie rasch verschlungen.

Nasenbär am Straßenrand

 

Später fuhren wir um den Lago Arenal, dem größten See Costa Ricas. Den ursprünglichen kleinen See hat man 1979 mit einer Staumauer vergrößert. Nun dient er als Wasserspeicher und Stromlieferant. Auf der Fahrt um den See bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegende Hügellandschaft. Grund genug, dass sich einige Hotels dort angesiedelt haben. Unweit der Staumauer, haben wir einen Naturschutzpark besucht. Die langen Hängebrücken wackeln bedenklich. Der Pflanzenbestand ist beinahe identisch mit unseren Zimmerpflanzen. Nur ein paar Nummern größer. Die dort kriechenden und grabelden Getiere (Schlangen, Reptilien) möchte man wohl weniger zu Hause halten.

Von Tileran ab entfernten wir uns vom See, um ins Monte Verde zu fahren. Der Weg führt nun ausschließlich über staubige Schotterstraßen. Man verzichtet absichtlich auf Asphaltierung der Verkehrswege, um die Touristenströme in Grenzen zu halten. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Emmental. Das Leben dort scheint noch sehr ursprünglich. Die Leute ausserordentlich freundlich. In Santa Elena, dem größten Ort in dieser Region, geht es dann schon touristischer zu. Auf knapp 2000 Meter über Meer kann abends eine dünne Jacke nicht schaden. Auf dieser Höhe ist der Nebelwald ein besonderes Erlebnis. Die vom Meer heranziehende Feuchtigkeit sammelt sich dort in der Höhe und nieselt wieder langsam herab. Seltene Tier- und Pflanzenarten kann man hier bestaunen.

 

Bevor wir dann zum Marathon in die Hauptstadt zurückfuhren, machten wir  noch am Meer  Halt. In Quepos auf die Pazifik stoßend sind wir weiter Richtung Nationalpark Manuel Antonio gefahren. Das ist ein begehrtes Touristenziel. Entsprechend höher sind die Übernachtungspreise. Auf dem Rückweg haben wir dann noch am Playa Matapalo Station gemacht. Daniela hatte eine von einem Schweizer geführte Herberge im Reiseführer gefunden. „…etwas muffig“, stand dort geschrieben. Das können wir bestätigen... Dafür ist der Strand ein Traum. Wegen der Strömungen  zum Schwimmen aber nicht geeignet.

Aber nun zum Marathon. Am Freitag sind wir nach San Jose´ gekommen.  Samstag dann Stadtbesichtigung. Die ist überschaubar. Sa Jose´ selber ist keine schöne Stadt. Hat aber auch niemand gesagt. Wir sind ja zum Laufen hier.

Bei Ankunft waren genaue Startzeit- und Ort des Laufes nicht bekannt. Die Homepage länger nicht aktualisiert, kurz vor dem Marathon tagelang nicht verfügbar (Hackerangriff?). Undenkbar im deutschsprachigem Raum. Aber hier ticken die Uhren anders. Deshalb waren wir entspannt. Die Reiseleitung hatte uns eine Unterkunft nahe des Sabana Parks gebucht. Ein angenehm ruhiges Hotel in dieser lärmigen Großstadt. Von dort aus konnten wir den Start des Marathon bequem zu Fuß erreichen.

Registrierung vor dem Marathon.

Praktische Trinkbeutel

 

Der Start war 8 Uhr angesetzt. Relativ spät, es könnte ziemlich heiß werden, auch wenn wir das Glück hatten, dass es noch bewölkt war. Kurz vor dem Start des Marathons,  wurde noch die Nationalhymne gespielt, bevor pünktlich das Feld der ca. 300 Marathonlaufer auf die Strecke geschickt wurde. Der Streckenplan war relativ unübersichtlich. Wir merkten aber bald, dass wir 3 Runden laufen mussten. Die Höhenmeter schienen nicht so schlimm zu sein. Wenn man sie jedoch 3-mal bewältigen muss, summieren sie sich zu beinahe 500 Meter. Zuerst ging es den Park entlang, dann Richtung Zentrum wo gewendet wird und man den gleichen Weg zurück läuft. Dann noch einen großen Bogen um den Sabana Park zum Zielbereich, wo es zur nächsten Runde geht. Der Weg durch die Innenstadt war noch interessant, auch wenn das nach mehreren Runden nicht mehr allzu spannend ist. Auf dem Weg um den Park läuft man auf einem Highway, bei dem der Randstreifen für uns Läufer abgesperrt ist. Entsprechend unspektakulär verläuft dieser Abschnitt... Einzige Abwechslungen bilden die Kreuzungen und Einmündungen, bei denen Helfer und Polizei Mühe haben, die Strecke für und Läufer frei zu halten.

Schon bald wurden wir von Halbmarathon Läufern überholt, die wenigen Minuten nach uns gestartet sind. Auf Zeit und Platzierung haben wir nicht spekuliert. Wer selber bei solchen klimatischen Bedingungen gelaufen ist, kann nachvollziehen, dass man erheblich vorsichtiger laufen muss und Bestzeiten vergessen kann.

Wasser und Verpflegungsstände mit isotonischen Getränken und Obst, sind in knappen Abständen platziert. Das Wasser wird in praktischen Plastiksäcken gereicht. Was den Vorteil hat, dass man immer ausreichen Flüssigkeit zuführen kann aber auch das Risiko birgt, dass man zu viel Wasser mit einem Mal trinkt und der Magen aus dem Gleichgewicht gerät. So ist es jedenfalls Daniela relativ schnell ergangen und wir mussten ziemlich zeitig schon Tempo rausnehmen.    

Am Zielkanal.

 

In Runde 3 waren die Läufer der kürzeren Strecken im Ziel und das Marathonfeld weit auseinander gezogen. Nun zeigte sich auch die Sonne und es wurde ziemlich heiß. So waren wir froh, nach 3:46 Stunden endlich ins Ziel zu erreichen.  Dort wurden exotische Früchte sowie Getränke gereicht und uns ein schattiger Sitzplatz angeboten, für den wir dankbar waren.

Zusammenfassend können wir sagen, dass der Marathon selber wohl nicht die lange Reise wert ist. Was uns aber auch bewusst war. Sicherlich eine interessante Ergänzung unserer Sammlung von Marathon Läufen in exotischen Ländern. Aber mehr auch nicht.

Daniela Nusseck im VIP Zelt im Ziel.

Peter Nußeck

 

Dafür bot der Rest unserer Reise einen erholsamen Höhepunkt. Der palmenumsäumte Strand von Samara ist einer der schönsten an der Costa Ricanischen Pazifikküste.  Sonne, Meer und Sand in Postkartenformat.  Dank der Weltwirtschaftskrise, die offensichtlich vor allem den Stammgästen in den Vereinigten Staaten zugesetzt hat, mit sehr wenigen Touristen. Dafür Affen, die nachts ihre Brunftgeräusche von sich geben. Dort haben wir auch das letzte Geheimnis der landestypischen Fortbewegung erprobt. Eine Flussdurchquerung! Mit einem Mietwagen bin ich da mutiger, als mit dem eigenen Automobil. Aber in Costa Rica ist das, außerhalb der Regenzeit, durchaus üblich. Das angemietete Navigationssystem empfahl lediglich Allradantrieb und verwies auf eigene Haftung. Auch, wenn ich das zu Hause nicht nachahmen möchte, hier ist das normal.

In Samara sind das Meer und der Strand sicher die Attraktion.  Der Ort selber scheint aber intakt, trotz der vielen „FOR SALE“ Schildern. Man kann gut und günstig speisen. Im Deutsch geführten Belvedere sind wir sehr gut untergebracht  gewesen. Die Hunde im Ort und der Umgebung  sind Joggern wohlgesonnen, die Händler nie aufdringlich.

Affe auf einem Baum.

Regenbogen am Strand von Samara.

 

Costa Rica ist ein spannendes Reiseland. Durch den langen Anfahrtsweg nicht billig. Das Leben selber ist einiges günstiger, als in Mitteleuropa. Und wenn man nicht jede Attraktion mitnimmt (Vulkane, Wasserfälle usw.), für die man ordentlich in die Tasche greifen muss, kann man sich hier lange wohl fühlen.

Peter Nußeck

Dezember 2009

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Video unserer Reise.

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Video vom Marathon

 

Weitere Links zu unserer Reise:

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www.reallatino-tours.com/

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